Direktmedien

Punkt-zu-Punkt-Anrufe mit Direktmedien

Eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung ist ein Kommunikationspfad zwischen zwei Knoten oder Endpunkten. Bei Punkt-zu-Punkt-Anrufen können Medien (Audio, Video und Content) zwischen Lifesize-Clients über das Netzwerk Ihres Unternehmens oder direkt zwischen Ihren Homeoffices und Unternehmensnetzwerken übermittelt werden anstatt über den cloudbasierten Lifesize-Service.

Punkt-zu-Punkt OHNE Direktmedien  Punkt-zu-Punkt MIT Direktmedien
   

Bei Verbindungen über das eigene Unternehmensnetzwerk oder bei direkten Verbindungen zwischen Homeoffices oder anderen lokalen Netzwerken ist der Weg zwischen den Geräten kürzer, wodurch niedrigere Latenzzeiten und eine bessere Qualität des Anrufs möglich sind. Durch die Priorisierung direkter Verbindungswege wird Ihre Internetverbindung zudem nicht unnötig belastet. Wenn etwa zwei Personen an einem gleichen Standort eine Verbindung miteinander herstellen möchten, können sie von der Verwendung der besten verfügbaren Verbindungspfade profitieren. Bei diesen Punkt-zu-Punkt-Anrufen wird der Signalverkehr nach wie vor über die Lifesize-Server geroutet; hierbei handelt es sich allerdings um kleine Datenmengen im Vergleich zu denen, die bei der Übertragung von Medien in Echtzeit anfallen.

Wenn weitere Teilnehmer zu dem Punkt-zu-Anruf hinzukommen oder die Video- und Audioformate umgewandelt werden müssen (Transcodierung), werden die Medien ohne Verzögerung oder Unterbrechung automatisch vom Client auf die Front-End-Server von Lifesize weitergeleitet.

Lifesize nutzt eine Form des Interactive Connectivity Establishment (ICE), durch die bei Punkt-zu-Punkt-Anrufen zwischen Lifesize-Clients automatisch der beste Weg für das Routing des Datenverkehrs gewählt wird. ICE verfolgt einen logischen Ansatz zur Identifizierung der besten Route für die Übermittlung von Medien, mit der geringsten Anzahl an Hops oder Zwischengeräten. Durch die Verwendung von Session Traversal Utilities for NAT (STUN) und Traversal Using Relay around NAT (TURN) sowie von aufeinanderfolgenden UDP- und TCP-Verbindungen wird bei ICE per Ausschlussverfahren der optimale Weg für die Übermittlung von Medien für Ihren Anruf identifiziert. 

Im Folgenden beschreiben wir, welche Schritte ein Client-Anruf mit Direktmedien bei Lifesize durchläuft, um eine Verbindung herzustellen:

HINWEIS: Unter Netzwerk-Ports öffnen (Ports 3478 und 443) und IP-Adressen finden Sie Informationen dazu, wie Sie Ihre Firewall-Einstellungen für Direktmedien überprüfen können.

  1. DIREKTMEDIEN (Lokale Medien): Der Client versucht zunächst, die Medien direkt über das lokale Netzwerk über UDP zu routen, ohne dabei durch eine Firewall gehen zu müssen, um den Peerclient zu erreichen. Wenn die Medien nicht auf diese Weise geroutet werden können, versucht das System den folgenden Schritt: 
  2. DIREKTMEDIEN (STUN – Reflexive): Da keine lokale Route möglich ist, versucht der Client, Medien über UDP durch die lokale Firewall und dann direkt über das Internet an die Firewall am anderen Ende zu routen. Wenn dieser Vorgang fehlschlägt, versucht das System den folgenden Schritt: 
  3. DIREKTMEDIEN (TURN via UDP): Wenn weder direktes noch STUN-Routing möglich ist, versucht der Client, über den UDP-Port 3478 durch die lokale Firewall eine Verbindung zum nächstgelegenen TURN-Server herzustellen, um den Datenverkehr zum Client am anderen Ende weiterzuleiten, ohne über die Front-End-Server von Lifesize zu gehen. Wenn dieser Vorgang fehlschlägt, versucht das System den folgenden Schritt: 
  4. WEITERLEITUNG (UDP): Ist eine Direktmedienverbindung nicht möglich (ausgehender Verkehr über UDP 3478 ist blockiert, auf die Direktmedien-TURN-Server kann nicht zugegriffen werden oder Video/Audio-Formate müssen umgewandelt werden), dann leitet der Client den Datenverkehr über die Front-End-Server von Lifesize über UDP-Ports im Bereich von 10000–28000.
  5. WEITERLEITUNG (TURN via TCP): Wenn von ausgehendem Datenverkehr initiierte UDP-Verbindungen blockiert werden, werden Medien über die lokale Firewall über TCP-Port 443 (TURN) auf die Front-End-Server von Lifesize und dann an den Client der Gegenseite geroutet.

 AUSNAHME: Wenn ein Lifesize Icon mit Ihrem Benutzerkonto gepaart ist, werden eingehende Anrufe keine Direktmedien verwenden, auch wenn der Anruf auf einem unterstützten Lifesize-Client angenommen wird.

Bei spezifischen Fragen zum Thema Direktmedien wenden Sie sich bitte an den technischen Support von Lifesize. 

Direktmedien – Bekannte Probleme

  • Präsentation stoppt (und muss neu gestartet werden), wenn ein Punkt-zu-Punkt-Anruf mit Direktmedien während des Starts der Aufzeichnung auf eine Drei-Wege-Konferenz ausgeweitet wird.
  • Die Quell-IP-Adresse wird nicht in der Administratorkonsole angezeigt.