Geschäft ist persönlich

Rich Long, Präsident, ScanSource Communications
Datum: 8. März 2018

Guten Morgen zusammen. Willkommen zur heutigen Folge von Lifesize Life! Wir senden live, und mein Name ist Nikhil Gour. Mein Gast heute Morgen ist Rich Long von der Firma ScanSource in Greenville, South Carolina. Danke, dass Sie gekommen sind.

Ich freue mich sehr, hier zu sein. Vielen Dank für die Einladung.

Unser heutiges Thema lautet: Das Geschäftliche ist persönlich. Rich, Sie sind nun schon eine ganze Weile im Geschäft, und ich bin sehr gespannt darauf, was Sie zu diesem Thema zu sagen haben.

Der Gedanke ist nicht neu. Ich sage zwar, dass ich mit Lifesize Geschäfte mache. Eigentlich verhandle ich aber mit Nikhil, Craig, Tom, Tim, Felicia, David und Jordan. Und diese kollektiven Erfahrungen, die sich aus der Zusammenarbeit mit Ihnen als Einzelpersonen ergeben, machen in der Summe meine Zusammenarbeit mit Lifesize aus. Genau das meine ich, wenn ich behaupte, dass das Geschäftliche persönlich ist. Und ich hoffe, dass unsere Partner und unsere Lieferkettenpartner das ebenso sehen. Das bedeutet: „Das Geschäftliche ist persönlich“.

Okay, können Sie vielleicht ein paar Worte darüber sagen, was das mit Videokonferenzen bzw. mit Technik im Allgemeinen zu tun hat? Wo liegt die Grenze zwischen Technik, die uns dabei unterstützt, und Technik, die sich eher als hinderlich erweist?

Fangen wir doch direkt hier an Ort und Stelle an. Wir befinden uns hier am Firmensitz von Lifesize Austin, Texas. Ihr entwickelt hier totale coole Produkte für Videokonferenzen, stimmt’s?

Verstehe.

Und in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Früher war es so, dass nur Konferenzräume mit der entsprechenden Technik für Videokonferenzen ausgestattet waren. Die sind aber ständig belegt, weil sie auch gerne für Besprechungen genutzt werden. Es besteht immer noch Bedarf an Räumlichkeiten, in denen man sich mit Kollegen zusammensetzen, Unterlagen austauschen und Ideen an die Tafel schreiben kann – das geht nicht am Computer oder Mobilgerät. Letztere Technologien greifen jedoch immer mehr um sich, und zwar werden sie vor allem genutzt, um Gespräche unter vier Augen zu führen. Wenn ich durch unsere Büroräume gehe, sehe ich immer wieder, wie Mitarbeiter mit ihrer Videokamera am Desktop-Computer solche Gespräche unter vier Augen führen. Das gab es vor ein paar Jahren noch nicht, und es trägt dazu bei, das Geschäftliche persönlich zu machen. Vorhin habe ich auf der Fahrt hierher eure App benutzt, um einen Videokonferenz-Chat mit jemandem zu führen, bei dem andere sich dazuschalten konnten. Es war nicht dasselbe wie FaceTime – aber FaceTime ist eine Technologie, die wir im Alltag nutzen, und von daher empfinden wir es als ganz natürlich, sie auch an den Arbeitsplatz zu bringen und das Geschäftliche persönlich zu machen. Ich habe also in meinem Uber eure App für eine Videokonferenz mit drei Teilnehmern benutzt und das als persönlicher empfunden, als wenn es ein Telefonanruf nur mit Audio gewesen wäre.

Ja, es hilft wirklich gegen dieses ganz natürliche Gefühl, dass man anfangs bei Videokonferenzen ein wenig befangen ist. Für manche Menschen ist das vielleicht zunächst ungewohnt – da gibt es Generationsunterschiede und so weiter. Aber dann denkt man sich plötzlich: „Mensch, ich verwende doch jeden Tag Snapchat“ oder meinetwegen FaceTime. Wo liegt der Unterschied dazwischen, es einerseits so zu benutzen und andererseits einen Konferenzraum zu belegen und eine geschäftliche Besprechung abzuhalten?

Genau das ist es, glaube ich. Diese Angewohnheiten, die uns im Privatleben schon ganz selbstverständlich geworden sind, lassen es uns als natürlicher empfinden, diese Gespräche unter vier Augen zu führen, anstatt diese gewollten, im Voraus geplanten ...

Man fühlt sich befangen und irgendwie ...

Diese Besprechungen gibt es immer noch. Diese Gespräche mit mehreren Teilnehmern, die sich alle im selben Raum befinden, wenn man Inhalte austauscht oder gemeinsam an einem Projekt arbeitet, indem man eine Tafel zum Zeichnen und Erfassen von Informationen verwendet – solche Gespräche kann man schlecht am Mobilgerät oder Desktop-Computer führen. Dennoch haben gerade solche Geräte und die kleinen Hilfsmittel, die die Kommunikation am Desktop vereinfachen, dafür gesorgt, dass Geschäftskommunikation persönlicher geworden ist.

Stimmt, es hat schon was für sich, dass wir die Vorteile beider Arten von Konferenzschaltung nutzen können. Man kann in einem Uber sitzen und eine Videokonferenz abhalten. Wir haben das vorhin so gemacht und gestern auch schon – es ist praktisch, diese Möglichkeit sozusagen in der Hosentasche zu haben. Aber wenn wir uns im Büro befinden oder am Lifesize-Firmensitz, dann ist es möglicherweise sinnvoller, einen Konferenzsaal zu belegen.

Ich bin der Meinung, dass das Gespräch und das Thema, über das man spricht, dadurch persönlicher wird. Wenn man ein heikles Gespräch mit jemandem führt und das unter vier Augen tut, egal ob am Handy oder Desktop, dann wird sogar ein heikles Gespräch oder eine schwierige Situation einfacher, wenn man es auf eine persönliche Ebene bringen kann.

Ja, genau, und hinzu kommt noch die ganze Geschichte mit der Körpersprache. Beim Telefonieren könnte ich mich zum Beispiel in der Nase bohren oder was weiß ich. Das macht keinen Unterschied, denn Sie können mich sowieso nicht sehen.

Genau, Sie könnten sich ganz unverfroren in der Nase bohren.

Aber bei einem Videogespräch fällt es sofort auf, wenn jemand nicht voll bei der Sache ist, und man kann ihn darauf ansprechen und bitten, sich mehr einzubringen.

Das stimmt, ganz genau.

Okay, dann stellt sich eben die Frage, wo zieht man jetzt die Grenze, wenn man das mal von der persönlichen Seite betrachtet? Wann sagt man zum Beispiel: „Okay, wir nutzen die Technik für diese Besprechung, das läuft super, unsere Arbeit wird dadurch produktiver, die Besprechungen bringen mehr“? Und ab welchem Punkt erweist sie sich als hinderlich – bzw. ist es überhaupt so, dass sie sich als hinderlich erweist?

Stimmt, das ist eine gute Frage. Ich bin mir nicht sicher, ob sie tatsächlich jemals hinderlich wird. Ich weiß nicht, ob man eine klare Grenze ziehen muss bzw. ob es eine solche Trennlinie gibt, wann man Gespräche nur persönlich oder nur per Video führen sollte. Ich glaube, das entscheidet sich eher situativ, und zwar ganz von alleine. Ihr habt diese Videos gedreht, in denen es um die Führung von Mitarbeitern aus der Generation Y geht und darum, wie unkompliziert Videokonferenzen sein können. Die Entwicklung ist mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem das ganz natürlich geworden ist, und fast bin ich der Meinung, man muss den Dingen einfach ihren Lauf lassen. Es wird immer Menschen geben, die sich bei einem Video-Chat weniger wohl fühlen als andere, und Situationen, in denen man ohne Video-Chat auskommt, deswegen bin ich nicht der Meinung, dass man das irgendwie einschränken oder Regeln aufstellen müsste. Ich glaube, das ergibt sich ganz von selbst, und wenn es sich von selbst ergibt, dann kommt man auf eine persönlichere Ebene.

Stimmt. Und genauso ist es bei dem Gespräch, das wir gerade führen. Wir sprechen hier die ganze Zeit bei dieser Live-Sendung miteinander, und zwar ganz unbefangen und ganz ohne betretenes Schweigen.

Ja, sehr komisch. Da will ich Sie gleich mal unterbrechen. Sie meinten doch bestimmt, bei dieser Sendung, die aufgezeichnet wird, damit wir sie ins Netz stellen bzw. zum späteren Anschauen archivieren können.

Das eigentlich Komische daran ist, dass dieses Gespräch tatsächlich mit unserem Streaming-Service von Lifesize live ausgestrahlt wird.

Sie machen Scherze. Auf einen Live-Videostream hätte ich mich niemals eingelassen.

Oh je, jetzt sind wir auf einmal doch befangen. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt für ein betretenes Schweigen gekommen.

Jetzt wird es aber heikel. Also dann, dieses Gespräch, das wir hier gerade nicht live streamen, sondern aufzeichnen, damit wir es später archivieren und im Netz veröffentlichen können, damit vermitteln wir eine Aussage auf sehr persönliche Art und Weise. Man kann das spontan – oder auch im Voraus geplant – live unter vier Augen per Videokonferenz machen. Wenn man eine Botschaft aufzeichnet oder live streamt, wie wir es gerade tun, und sie dann absichtlich ausstrahlt oder veröffentlicht, dann ist das ebenfalls eine persönliche Art der Kommunikation, denn selbst wenn es nicht im eigentlichen Sinne zu einem Dialog mit dem Empfänger kommt, verleiht man doch einem Konzept oder einer Kommunikation ein Gesicht. Wenn man eine Produktvorführung filmt oder zeigt, wie es ist, wenn man ein Produkt bekommt und die Verpackung aufmacht, dann vermittelt man dem Zuschauer dieses Erlebnis, bevor er oder sie das Produkt tatsächlich in die Hände bekommt, und dadurch wirkt es persönlicher. Es muss also nicht unbedingt ein Dialog mit dem Publikum sein. Es kann auch eine Kommunikation sein, die nur in eine Richtung verläuft, so wie unsere Live-Sendung hier.

Ganz genau. Unsere Zeit ist auch schon fast abgelaufen. Ich würde Ihnen aber gerne die Gelegenheit geben, zum Abschluss noch ein paar Worte über Ihre eigenen Eindrücke im Laufe der Jahre zu sagen und darüber, wie es Ihrer Meinung nach weitergehen sollte.

Nun, bis vor ein paar Jahren – genauer gesagt, bis vor ca. zwei Jahren – tat ich mich selbst etwas schwer mit Videokonferenzen und Video-Chats. Ich habe diese Entwicklung also unmittelbar miterlebt, und es ist schon komisch, dass ausgerechnet ich als Anbieter von technischen Lösungen für andere Menschen bei der Nutzung ein wenig hinterher hinkte, aber der Punkt ist, dass einem die Nutzung leichtfallen muss.

Ja, das kann ich nachvollziehen.

Das heißt, wenn es einem nicht leichter fällt oder wenn man es als unnatürlich empfindet, die Technik zu benutzen, dann macht man es eben nicht. Man macht eben das, was einem leichtfällt oder natürlich vorkommt. Und für mich bedeutete das viele Jahre lang, zum Telefon zu greifen, denn dann führt man einen persönlichen Dialog. Video hat jedoch etwas, was es noch persönlicher macht, und je persönlicher wir unsere Geschäfte gestalten können, desto bessere Geschäftspartner sind wir. Ich freue mich, dass ihr hier zum Aufbau besserer Geschäftsbeziehungen beitragt, und ich bin der Meinung, dass es uns allen nur zugutekommt, wenn Menschen ihre Geschäfte persönlicher gestalten wollen.

Da stimme ich hundert Prozent zu. Vielen Dank, dass Sie heute unser Gast waren.

Wirklich sehr gern geschehen, und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit eurem Unternehmen.

Schalten Sie auch nächste Woche am Dienstag zur nächsten Folge von Lifesize Live! ein. Allen Beteiligten vielen Dank und noch einen schönen Tag.

Brauchen Sie weitere Hilfe?
Kontaktieren Sie einen unserer Außendienstmitarbeiter.