Die Nachfrage nach vielfältigen Online-Lernangeboten schafft Innovationen

Ken Conn, Präsident, United States Distance Learning Association
Datum: 1. März 2018

Guten Morgen zusammen. Willkommen zurück bei einer neuen Ausgabe von Lifesize Live!, der Live-Web-Show, die komplett mithilfe der Lifesize-Lösung produziert wird.

Ich bin James Ofczarzak und heute ist mein Gast Ken Conn, Präsident der US Distance Learning Association sowie Direktor für den Bereich Partnerschaften und Zusammenarbeit bei i2i Technologies. Vielen Dank, dass du heute dabei bist, Ken. Schön, dich zu sehen.

Ja, ich freue mich auch, euch zu sehen.

Unser heutiges Thema ist das Online- und Fernstudium und die Nachfrage, die es heutzutage danach gibt. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, dich heute hier zu haben. Ich möchte mit einem kleinen Rückblick beginnen, als vor ein paar Wochen unser Geschäftsführer Craig Malloy über seine 22-jährige Wartezeit sprach. Vor Kurzem hast du einen Artikel auf dem Lifesize-Blog veröffentlicht, in dem auch du von einer ähnlichen 20-jährigen Wartezeit sprachst. Ich zitiere dich: „Fast 20 Jahre später freue ich mich, zu sagen, dass Videokonferenzen endlich das vor zwei Jahrzehnten gemachte Versprechen einlösen können.“ Also Ken, berichte uns, wo du vor 20 Jahren warst und wobei es bei diesem mysteriösen Versprechen geht.

Ob du es glaubst oder nicht ist es in diesem August bereits 20 Jahre her, dass ich mit dem Unterrichten einer fünften Klasse in einem Schulbezirk direkt außerhalb von Houston begann. Ich war also ein Lehrer für Fünftklässler. Das war im Jahr 1998. Denke einmal daran, wie dein Leben zu diesem Zeitpunkt aussah. Für mich als frisch gebackener Lehrer war dies die Zeit, als Technologie erstmals Einzug ins Klassenzimmer hielt. Es war schon eine große Sache, dass jedes Klassenzimmer einen eigenen Computer und Fernseher haben würde, an den man den Computer anschließen können würde. Und auch E-Mails wurden langsam zur Selbstverständlichkeit. Es war also die Zeit, in der Bildungstechnologie zur festen Größe im Klassenzimmer wurde. Auch als neuer Lehrer war selbst für mich dieser Teil völliges Neuland. Ich nahm an vielen Weiterbildungen im Zusammenhang mit dieser Technologie teil, wodurch ich dann zu einem De-Facto-Ansprechpartner für das Durchführen von Suchen im Internet und die Nutzung von all den verschiedenen Technikprodukten wurde. Das Versprechen damals war, dass diese Bildungstechnologie uns helfen würde, die Lernerfahrung unserer Schüler zu verbessern und uns außerdem bei der Interaktion mit ihnen unterstützen würde. Der schwierige Teil dabei war, das Ganze auch tatsächlich umzusetzen.

Ja, das ist nachzuvollziehen. Berichte uns ein bisschen mehr. Kannst du uns konkret beschreiben, was deine Rolle in all dem umfasste? Du sagtest, dass du Lehrer warst. Irgendwie hast du dann aber auch diese Wandlung in ein Tech-Genie vollzogen. Wie kam es dazu?

Ja, richtig. Ich bin auf jeden Fall kein Typ, der sich von Natur aus für technische Dinge begeistert. Ich betrachte Technologie eher als ein Werkzeug, um Dinge zu erledigen. Damals war ich also diese eine Person, die sich über all diese Dinge informierte, den Umgang damit lernte und die andere Menschen darum baten, ihnen all diese technischen Dinge zu zeigen. So tauchte ich dann ganz natürlich immer mehr in das Thema ein. Ich begann einfach, verschiedene Dinge im Klassenzimmer einzusetzen – Dokumentenkameras, CD-ROMs und so weiter. Irgendwann begann ich dann, eine sechste Klasse zu unterrichten. Deren Klassenzimmer befand sich weiter unten am Ende des Flurs. Ich ging dann hinunter, um mir einen Überblick zu verschaffen, und dachte mir nur: „Wow! Was ist das alles hier?“ Hier gab es Kameras und eine große interaktive Tafel mit einer Kontrollraumstation. Das war mein erster Kontakt mit dem Thema Videokonferenzen.

Kannst du uns auch ein wenig über deine Entwicklung zur Rolle als Präsident der US Distance Learning Association und deine Position bei i2i Technologies erzählen?

Ja, irgendwie ist das alles miteinander verbunden. Der Schulbezirk bewarb sich damals um einen Zuschuss, der dann auch gewährt wurde. Damit wurde dann all dieser technische Kram angeschafft. Man hatte zu dem Zeitpunkt nur eine ungefähre Vorstellung davon, welche Klassen wir damit unterrichten können würden. Irgendwann fragte ich dann, wann man uns denn den Umgang mit all diesen neuen Technologien zeigen würde und wann sie in den Klassenzimmern eingesetzt werden würden. An diesem Punkt hieß es: „Du bist so begeistert von all dem. Warum hilfst du uns nicht dabei, herauszufinden, was wir dann anstellen können?“ So war ich also auf mich allein gestellt und musste herausfinden, wie man all diese Dinge benutzt. Es war eine steile Lernkurve und eine große Lernerfahrung für mich. Letztendlich begaben wir uns dann zur Texas Distance Learning Association. Das war dann auch mein erster Kontakt zu Gleichgesinnten, den ich mir so erhofft hatte.

Verstehe, du hast also quasi deinen Stamm, deinen Tribe, wie man im Englischen sagt, gefunden.

Ja, genau. Ich erkannte sofort den Wert darin, engagierte mich in der Führungsarbeit und wurde Präsident der Texas Distance Learning Association. Und dadurch wuchs mein Wunsch, mich wirklich mit anderen Menschen zu verbinden und zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen, das uns damals enorm bei der Bereitstellung von einem Großteil der Technologien geholfen hatte, bat mich daraufhin, mit ihnen zu arbeiten. Ich sollte sie dabei unterstützen, ähnliche Projekte auch in anderen Schulbezirken und mit anderen Personen umzusetzen. Das ist also ein wenig der Hintergrund meines Übergangs auf die Unternehmensseite und meine Arbeit in diesem Bereich. Nachfolgend bekam ich dann über meine Arbeit für den Verband in Texas Kontakt zur US Distance Learning Association (USDLA). Das Unternehmen, für das ich zu diesem Zeitpunkt arbeitete, war im Bereich Videokommunikation tätig, was jedoch nur einen geringen Anteil am Gesamtgeschäft ausmachte. Als ich dann die Gelegenheit bekam, mich i2i Technologies anzuschließen, einem Unternehmen, das sich auf die Kommunikation und Zusammenarbeit per Video konzentriert, wurde mir klar, dass genau das mein Platz war. Ich erkannte, dass dies letztlich genau das ist, für was mein Herz schlägt und bei dem ich anderen Menschen am besten helfen kann.

Super. Kannst du etwas über die derzeitige Nachfrage sprechen, die du generell siehst, also die Nachfrage nach Fernstudium und dem Thema Video ganz allgemein?

Ja, zu Beginn sprachen wir über dieses Versprechen. Bei diesem Versprechen ging es darum, das Lernen für die Schüler und Studenten zu verbessern und sie besser einzubeziehen. Ich glaube, dass dieses Versprechen sehr schwer zu erfüllen war, weil wir oft einfach so fokussiert darauf waren, die Technologie ans Laufen zu bringen. In der Folge verloren wir oft einfach das Warum aus den Augen. Wenn wir manchmal Dinge betrachteten, mussten wir fast nach dem Reverse-Engineering-Prinzip vorgehen. Wir hatten also diese Technologie und mussten herausfinden, wie wir den Menschen beim Lernen damit helfen konnten. Jetzt hat die Technik aber schlussendlich aufgeholt. Sie ist wirklich einfach zu bedienen. Es wird niemand mehr benötigt, der all diese Schulungen und Kurse besucht, um die Technik zu bedienen. Man braucht auch keine ganze Armee mehr, die einen bei der Nutzung unter die Arme greift. Ich glaube, dass die Dinge, die wir in unserem persönlichen Umfeld zu leisten im Stande sind, uns auch dabei geholfen haben, unsere Lernumgebungen und unsere Unternehmen in eine ähnliche Richtung zu führen. Man denkt sich: „Ich kann das so einfach zu Hause machen. Ich kann mich per Video mit dem Rest der Familie verbinden, die sich verteilt im ganzen Land befindet. Warum kann ich das nicht in meiner Lernumgebung tun? Warum kann ich das nicht auch auf der Arbeit tun? Warum muss es, nur weil ich nicht an diesem einen Ort sein kann, ein Grund sein, dass ich das nicht tun kann?“ Ich denke, dass dies die Nachfrage nach solchen Lernumgebungen gesteigert hat. Wir befinden uns jetzt zudem in einer Position, in der wir das Beste aus beiden Welten haben können: Wir können bestimmen, wann es angebracht ist, eher eine asynchrone Umgebung zu haben und Dinge online in unserem eigenen Tempo zu tun, und wann es sinnvoller ist, sich in Echtzeit über Video zu verbinden, um sich unkompliziert abzustimmen oder für ein besseres Verständnis untereinander zu sorgen.

Ich verstehe. Ken, gab es in deiner Karriere einen ganz besonderen Moment, an dem alles einen Sinn ergab und du dachtest: „Das ist es, warum ich tue was ich tue.“

Ja, ich meine es gab eine Menge Aha-Erlebnisse, bei denen ich gesehen habe, wie Leuten ein Licht aufgegangen ist. Ich erinnere mich jedoch an einen bestimmten Augenblick. Das war damals, als die Dinge noch ziemlich schwierig waren. Wir hatten in unseren Schulbezirk ein Programm, im Rahmen dessen wir Schüler aus einem alternativen Bildungszentrum mit ihrem Heimatcampus verbanden, damit sie so einige der Leistungspunkte erhalten konnten, die sie sonst nicht hätten erhalten können. Wir hatten damals einen Lehrer und einen Schüler, die beide nicht wirklich an dem Programm teilnehmen wollten. Ich musste wirklich gut argumentieren, um ihnen zu zeigen, wie gut das Ganze werden würde. Ich richtete also das Equipment für den Lehrer im Klassenzimmer ein. Als ich dann bei den Schülern ankam und die gemeinsame Verbindung aufbaute, war es innerhalb von fünf Minuten so, als ob wir alle im gleichen Raum wären, völlig konzentriert auf den Inhalt. Die Technologie verschwand einfach im Hintergrund. In genau diesem Augenblick merkte ich, dass diese Technologie die ganzen Kopfschmerzen und die Vorbereitungsarbeit absolut wert ist. Wenn wir nun auf das Hier und Jetzt blicken, ist all das fast komplett in den Hintergrund getreten. Man kann sich wirklich auf das konzentrieren, was man erreichen möchte und sich die Technologie zu nutze machen, die einem dabei hilft, seine Botschaft bestmöglich zu vermitteln.

Richtig, ausgezeichnet. Vielen Dank, dass du uns diese Einblicke gewährt hast. Mir ist klar geworden, dass dies eine spannende Leidenschaft für dich ist und ich habe vorab jedem gesagt: „Du musst heute zuschauen.“ Ich habe nie jemanden kennengelernt, der so für das Thema Video gebrannt hat. Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass du dir die Zeit genommen hast, dies mit uns zu teilen. Vielen herzlichen Dank, Ken. Wir danken dir für alles, was du leistest.

Und als kleine Erinnerung für alle, die von zu Hause aus zuschauen: Lifesize Live! findet jeden Dienstag und Donnerstag um 11:00 Uhr statt. Am kommenden Dienstag haben wir Michael Helmbrecht zu Gast, der Chief Product Officer hier bei Lifesize ist. Er wird mit uns über die Verwaltung des Chaos beim Thema Video im Unternehmensumfeld sprechen. Seien Sie also wieder dabei und nochmals vielen Dank Ken, für deine heutige Teilnahme. Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!

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