Als Remote-Mitarbeiter andere Remote-Mitarbeiter führen

Tim Maloney, Lifesize Global Channel Sales VP
Datum: Dienstag, 27. März 2018

Hallo zusammen und willkommen zurück bei Lifesize Live! Die Live-Web-Show, die wir jede Woche direkt hier im Lifesize-Studio produzieren.

Ich bin Ihr Moderator Julian Fields, und mein heutiger Gast ist Tim Maloney. Er ist unser Senior Vice President of Global Channels und er ist heute hier, um über das Management von Remote-Mitarbeitern als Remote-Mitarbeiter zu sprechen. Also, Tim, willkommen in der Sendung.

Vielen Dank, Julian. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Vielen Dank für die Einladung.

Sehr gerne. Und Sie sind uns aus Ihrem Remote-Office zugeschaltet.

Das stimmt. Die Gefechtsstellung, wenn man so will. Ich bin in Chicago ansässig und nicht in unserer Unternehmenszentrale in Texas.

Alles klar. Und wie lange arbeiten Sie schon als Remote-Mitarbeiter?

Die Frage sollte eher lauten: Wie oft habe ich je einen Bürojob gehabt, und das war genau zwei Mal. Also im Prinzip bin ich seit Beginn meiner über 20-jährigen Karriere schon immer ein Remote-Mensch und leite Teams immer aus der Ferne.

Sehr interessant. Ich kann mir vorstellen, dass Sie im Laufe der Jahre einiges an Tipps zusammengetragen haben, die Sie mit uns teilen können.

Ja, und vieles davon war per Trial-and-Error. Also, als wir angefangen haben, darüber zu sprechen und über die Vorteile der Remote-Arbeit, wie man Remote-Mitarbeiter managt und wie man sie managt, wenn man selbst ein Remote-Mitarbeiter ist, da habe ich mir einige Notizen gemacht. Meiner Ansicht nach gibt es vier Dinge, oder Stolpersteine, die Unternehmen ins straucheln bringen bzw. die sie vergessen, wenn sie über ihre Remote-Mitarbeiter sprechen. Der erste, Julian, ist, dass Remote-Mitarbeiter auch nur Menschen sind. Und ich weiß, dass es ein wenig lächerlich klingt, aber aufgrund der Distanz und des Mangels an direktem Kontakt sagen Unternehmen nicht: „Oh, hey, das ist Julian“, sondern : „Oh, hey, das ist dieser Typ in New Jersey“ oder „Das ist diese Frau in Kanada“. Es kommt vor. Man hört auf, sie als Menschen zu betrachten und redet fast über sie, als ob sie Firmeneigentum wären, was ziemlich negativ sein kann. Ich glaube, das Zweite, was den Leuten bewusst sein sollte, ist, dass man sie leicht übersieht. Wie oft senden Unternehmen zum Beispiel E-Mails, in denen es heißt: „Hey, es ist Taco Tuesday im Büro“ oder: „Hey, dieses und jenes findet gerade im Büro statt“ oder: „Hey, wir schmeißen eine Party im Büro“, doch da gibt es all diese Remote-Mitarbeiter, die an keiner dieser Büro-Aktivitäten teilnehmen können. Niemand will hören, wie unglaublich viel Spaß alle anderen haben, weil jedes einzelne Mitglied des Unternehmens sehr hart arbeitet und sich nicht so fühlen sollte, als ob er oder sie etwas verpasst. Unternehmen vergessen und übersehen sie also, schlicht und einfach, weil sie nicht physisch da sind. Und, um das noch einmal zu betonen: Je mehr wir die Leute auf eine Insel abschieben, desto eher glauben sie, dass sie auf einer sind, und dann entwickelt sich auch eine entsprechende Kultur. Ich denke, damit kommen wir auf zwei Elemente der Physik zu sprechen. Erstens: Am Rand passiert alles schneller. Das hier ist Ihre Zentrale, und das sind Ihre Mitarbeiter, und wenn es sich bewegt, passiert am Rand alles wesentlich schneller.

Verstehe.

Also müssen Sie sich das bewusst machen: Gespräche am Wasserspender, von denen sie nichts hören, Entscheidungen, an denen sie nicht beteiligt sind. Es scheint immer alles schneller abzulaufen, wenn man weit weg ist. Das ist Evolution, es ist Bewegung und Einsicht. Dinge geschehen schneller, wenn man am Rand ist, und Remote-Mitarbeiter sind definitiv ganz am äußeren Rand. Und ich denke, das Zweite ist, dass bei der Welle, mit wachsender Amplitude, gilt: Je weiter man vom Zentrum entfernt ist, desto größer sind die Auswirkungen. Ein kleines Beben in der Zentrale ist ein Tsunami, wenn es einige meiner Remote-Mitarbeiter erreicht. Die waren nicht Teil des Entscheidungsprozesses; sie sind nicht jeden Tag da. Also müssen Sie eine bestimmte Denkweise entwickeln, sich sagen: Ja, diese Leute werden manchmal als Firmeneigentum betrachtet, sie werden oft übersehen, und die natürliche Physik der Dinge spielt sich am Rand schneller und mit höherer Amplitude ab. Somit gibt es jede Menge Stolpersteine, wenn Sie nicht bewusst an Ihre Remote-Mitarbeiter denken.

Mein erster Job bei einem College war Remote-Arbeit. Insofern kann ich all das wirklich gut nachvollziehen. Da es mein erster Job war, stand ich noch ganz am Anfang meiner Karriere, ich nahm nicht an vielen Meetings teil, ich erledigte praktisch einfach Aufgaben, die mir zugewiesen wurden. Da ich alleine lebte und Remote-Arbeit machte, gab es Tage, an denen ich um 17 Uhr den ganzen Tag noch kein einziges Wort gesprochen hatte. Also denke ich, dass Sie die negativen Seiten der Abgeschiedenheit beim Arbeiten von Zuhause wirklich gut verdeutlicht haben.

Das stimmt. Und denken Sie daran: Letzten Endes haben wir diese Menschen aus gutem Grund eingestellt. Sie wollten, dass sie Teil Ihres Teams sind. Aber wie sollten wir uns dann verhalten? Und damit kommen wir zum Kern des Kultur-Aspekts. „Wer sind Sie?“ Es ist schön und gut, wenn man Kram und Motivationsposter an der Wand hat, aber leben Sie diese Werte auch? Behandeln Sie die Leute gleich und verstehen Sie, dass Menschen, die nicht in diesem Gebäude sind, andere Bedürfnisse haben? Es ist einsam. Sie kämpfen mit der Auffassung: „Hey, du bist zu Hause, du kannst ausschlafen, du musst nicht arbeiten wie der Rest von uns“, auch wenn Sie es sind, der diese Person auf Remote-Basis eingestellt hat. Das sind bloß Ausflüchte. Remote-Arbeitskräfte stehen vor anderen Herausforderungen. In meiner Position habe ich das große Glück, ein weltweites Ökosystem von wunderbaren Partnern zu haben, die ich besuchen darf und mit denen ich übers Geschäft reden kann. Gelegentlich laden wir unsere Remote-Mitarbeiter ins Büro ein und frischen den Kontakt auf, was sehr positiv und toll ist, aber es kommt auch vor, dass man sagt: „Halt, ich muss mich jetzt auf den Weg machen. Ich muss mein Büro schon wieder verlassen, um den Kontakt am Laufen zu halten.“ Und es ist schwer, wenn nur darauf Verlass ist.

Wenn das Ihr einziger Berührungspunkt ist, genau. Wenn man sich nur einmal im Jahr sieht, wird das zu so einer großen Festivität, und es fehlt wirklich einfach diese fortlaufende Beziehung.

Genau. E-Mails sind wirklich schlimm – sie kommunizieren weder Tenor noch Ton. Man weiß nicht, ob der Gesprächspartner Witze macht oder es ernst meint. Ich habe einen Kontakt in Deutschland, der mir ständig ganze E-Mails in Großbuchstaben schickt, und das ist ein kultureller Unterschied. Er will mich nicht anschreien, aber wenn man das nicht weiß, dann geht man zum nächsten, etwas weniger unpraktischen Kommunikationsmittel über, dem Telefon. Und wenigstens kann ich Sie hören, aber wenn ich mit meinen Remote-Mitarbeitern spreche, fällt es ihnen schwer, mich zu verstehen – sind das gefügige Leute? Sagen die einfach nur „Ja“? Stimmen die zu oder haben sie ein Problem und Sie können sich davon nicht visuell überzeugen? Man hat nur die Akustik. Es ist also ein wenig besser als E-Mail, aber man hat trotzdem keine echte Verbindung.

Es sagt alles. Wenn ich mit Ihnen arbeite und Sie mein Vorgesetzter sind, dann sollte ich doch schon ein klein wenig Persönlichkeit von Ihnen erwarten dürfen, genau so wie Sie von mir. Sodass ich, falls es ein Problem geben sollte, Ihnen direkt ins Gesicht sehen kann. Wir könnten gemeinsam an etwas arbeiten. So ist es einfach um einiges leichter, Probleme zu lösen und Dinge zu klären.

Das ist der Job, nicht wahr? So fangen Probleme in Unternehmen an. Unabhängig davon, wer Sie sind – es ist diese Fehlkommunikation, die wir dann über einen langen Zeitraum hinweg in Ordnung bringen müssen, Missverständnisse, die es ursprünglich gar nicht gab. Also, wie machen wir das? Erstens müssen Sie ständig den Kontakt mit Ihren Mitarbeitern suchen, dürfen aber auch nicht ihre einzige Verbindung zum Unternehmen darstellen. Als Manager von Remote-Mitarbeitern bringe ich meine Leute dazu, nicht nur mit mir zu reden, sondern ich zwinge sie quasi, loszugehen und andere Leute innerhalb des Unternehmens zu finden, mit denen sie sprechen können. Wir bei Lifesize haben Glück, denn der Herr, der unser Team für Unternehmensentwicklung leitet, ist erstklassig. Und er vertritt den Bundesstaat Texas in der internen Vertriebsorganisation. Also, eine einfache Antwort für mich wäre: „Oh, das habe ich von Anil gehört. Sie sollten das ausprobieren“, aber eine bessere Antwort an meine Leute wäre: „Warum rufen Sie Anil nicht an, melden sich bei ihm?“ Auf diese Weise erhalten Sie die Antwort, die Sie suchen und bauen gleichzeitig mehr Pipelines in das Unternehmen für die Remote-Mitarbeiter auf. Sie werden selbstständig, insofern als sie andere Leute um Hilfe bitten können. Also ein Tipp für jeden, der Remote-Mitarbeiter hat, lautet: Helfen Sie ihnen, aber helfen Sie auf eine Weise, die nachhaltig ist, die die Verbindung fördert, die Sie sich in Ihrem Unternehmen mit Remote-Mitarbeitern wünschen. Geben Sie ihnen die nötigen Hilfsmittel an die Hand, um erfolgreich zu sein. Ich bin dankbar dafür, dass ich für ein Unternehmen arbeite, das mir die Möglichkeit gegeben hat, diese Kommunikation in HD-Qualität zu führen, sodass Sie und ich fast zusammen im selben Raum sitzen. Als ich meine weltweite Personalversammlung abgehalten habe, war es unglaublich, dass Leute sagten: „Ich habe Sie noch nicht wirklich im realen Leben kennengelernt, aber wir arbeiten seit Monaten zusammen.“ Wir sind ein überaus effizientes, gut funktionierendes Team. Und wenn Sie sehen können, können Sie auch hören. Ich habe Teams in Singapur, in Deutschland, in Brasilien – überall. Und ob es die Sprache ist, die Kultur, schwierige Diskussionen oder sogar mich einfach nur auf den neuesten Stand bringen – dieser visuelle Ansatz macht diese Beziehung einfach so viel besser. Wir machen uns keine großen Gedanken darum, ob wir Remote-Mitarbeitern die Ressourcen geben, die sie benötigen. Es ist wichtig, dass Sie sich vor Augen führen, warum Sie diese Remote-Mitarbeiter überhaupt erst eingestellt haben, und ihnen keine praktikable Lösung an die Hand zu geben, um sich zu vernetzen und ihr Bestes für das Unternehmen zu geben, wäre töricht. Wenn Sie Ihrem Team nicht die benötigten Hilfsmittel geben können oder möchten, dann sollten sie diese Mitarbeiter gar nicht erst einstellen. Die Lifesize-Lösung ist ein beeindruckendes Tool, das es mir ermöglicht hat, meine Remote-Teams zu leiten wie nie zuvor.

Sie hat alles völlig verändert.

Ich habe den Zyklus der Teamaufstellung und des Lernens komprimiert. Wir haben ein globales Partnerprogramm und ein globales Preisprogramm etabliert. Wir haben Mitarbeiter eingestellt und dies ebenfalls aus der Ferne getan, da wir eine gut vernetzte Organisation führen, die effektiv über diese Art von Zusammenarbeits-Tools kommuniziert. Also, mein Rat an die Leute lautet: Diese weit entfernten Mitarbeiter sind wichtig, Sie haben sie aus gutem Grund eingestellt, aber es ist wichtig, sie auch entsprechend auszustatten, um die Dinge zu tun, die Sie von ihnen erwarten, und sie so zu behandeln wie alle anderen auch, nicht wahr? Manche Unternehmen, die nicht in die Remote-Mitarbeiter investieren, ihnen nicht die Hilfsmittel geben, die sie benötigen, und sie nicht gleichgestellt behandeln, sind schockiert, dass diese Remote-Mitarbeiter keine hohe Leistung abliefern. Das sind die harten Lektionen, die ich in über zwanzig Jahren auf diesem Gebiet gelernt habe.

Also dann, Tim, ich danke Ihnen vielmals, dass Sie heute bei uns waren und Ihre Erkenntnisse mit uns geteilt haben. Ich weiß, dass wir einige Fragen erhalten haben, die über den Stream hereingekommen sind, also werde ich darauf zurückkommen, und wir können einen Blog zusammenstellen und diese Fragen beantworten.

Perfekt , das wird super, Julian, und vielen Dank, dass ich heute hier sein konnte.

Klar, und nochmals vielen Dank, dass Sie dabei waren, und an alle Zuschauer da draußen: Danke, dass Sie live dabei waren, und wir sehen uns beim nächsten Mal.

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