Lifesize Live! Videokommunikation wird gang und gäbe: Darauf habe ich 22 Jahre gewartet

Craig Malloy, CEO von Lifesize
Datum: Dienstag, 30. Januar 2018

Videokonferenzen sind mittlerweile gang und gäbe - ein Muss für jedes Unternehmen. Lifesize-Gründer und CEO Craig Malloy erzählt von seinem 22-jährigen Weg hin zu diesem Ziel und was er dabei gelernt hat.

Video-Transkript

Hallo zusammen und willkommen bei Lifesize Live! Die Live-Web-Show, die komplett über die Lifesize-Plattform produziert wird. Ich bin Ihr Moderator, Julian Fields, und heute bei mir zu Gast ist der Gründer und CEO von Lifesize, Craig Malloy.

Ok, wir haben jetzt 10 Minuten Zeit, um über 23 Jahre Videokonferenz-Geschichte zu sprechen. Lassen Sie uns von vorne beginnen. Wir schreiben das Jahr 1994, im Fernsehen läuft Friends und Sie beschäftigen sich mit etwas ziemlich Coolem.

Ja, das ist wirklich interessant. Als Julian mich gebeten hat, 23 Jahre Videokommunikationsgeschichte in 10 Minuten zu besprechen, erschien mir das eine echt interessante Herausforderung … Ich teile das jetzt den verschiedenen revolutionären Entwicklungen in der Branche entsprechend auf, d. h. wichtige Abschnitte und bahnbrechende Innovationen, über die sich Videokonferenzen zu dem entwickelt haben, was sie heute sind.

1994 hatte ich meinen ersten Job im Bereich Videokommunikation. Ich war Produktmanager bei einem Unternehmen hier in Austin, das VTEL hieß. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, dann war das eine wirklich interessante Zeit. Das Unternehmen war klein und der Videokommunikationsmarkt befand sich noch in den Kinderschuhen. Es gab drei Unternehmen – PictureTel, CLI und VTEL –, die alle versuchten, diesen sehr frühen Videokommunikationsmarkt für sich zu gewinnen.

Wie sahen Videokonferenzen damals aus? Wie das, was man aus Zeichentrick-Serien wie „Die Jetsons“ kannte?

Nein, nicht wirklich. Es war sogar noch viel schlechter. Bei „Die Jetsons“ war das astrein. Die Auflösung der Videokommunikation betrug etwa ein Zehntel der damals gängigen Auflösung für TV-Ausstrahlungen. Es war einfach furchtbar, die Bildraten waren unglaublich niedrig und die Systeme kosteten um die 50.000 $. Und was noch erstaunlicher war: Die Leute haben sie tatsächlich gekauft. Das zeigt bereits, wie wertvoll diese Technologie ist – die Leute waren bereit, wirklich viel Geld dafür zu bezahlen.

Ich war also ein paar Jahre lang Produktmanager bei VTEL … Oh, da fällt mir eine lustige Geschichte ein: Die Benutzeroberfläche dieser Systeme war allen Ernstes eine C-Eingabeaufforderung. Sie wissen schon, dieses „C:\_“. Man musste tatsächlich Code eingeben, um einen Videoanruf tätigen zu können. Ich habe erkannt, dass man mit so einer Oberfläche nicht besonders viele Nutzer gewinnen konnte. Gleichzeitig war mir aber klar, dass da ein riesiger technologischer Fortschritt kommen würde und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Also haben ein paar Kollegen und ich VTEL verlassen und ein Unternehmen namens ViaVideo gegründet.

Die Innovation, auf die wir abzielten, war eine kleine, günstige Set-Top-Box mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Die Qualität verbesserte sich etwas im Vergleich zu den 50.000 $ teuren Systemen und die neuen Systeme waren zudem wesentlich erschwinglicher. Viel einfacher zu installieren. Sehr viel einfacher zu bedienen. Und wesentlich günstiger, schon ab 6.000 $. Man musste die Box einfach nur oben auf das Fernsehgerät stellen – das war damals, als es noch sowas wie Set-Top-Boxen gab.

Wir haben das Unternehmen 1996 gegründet … Und dazu fällt mir auch eine lustige Anekdote ein: Die grafische Benutzeroberfläche haben wir der des Nintendo 64 nachempfunden.  Ich hatte meinem Sohn zu Weihnachten ein Nintendo 64 geschenkt. Gleichzeitig waren wir auf der Suche nach Inspiration für die Benutzeroberfläche für unser System. Also orientierten wir uns tatsächlich am Nintendo 64. Das war der Beginn der Ära der günstigen Set-Top-Box. Die Qualität war gar nicht so viel besser. Die Boxen waren einfach günstiger, leichter zu installieren und benutzerfreundlicher. Dies führte zu einem enormen Wachstum des Unternehmens.

Ungefähr zu dieser Zeit, als wir dieses Produkt auf den Markt gebracht haben, wurde ViaVideo von Polycom gekauft. Das Produkt wurde in den Polycom-Vertriebskanal für Freisprechanlagen aufgenommen und war ein großer Erfolg.

Ich leitete bei Polycom ein paar Jahre lang das Videogeschäft und wir haben den Markt um Tausende neuer Videokonferenzkunden erweitert. Im Zuge dieses Wachstums kamen natürlich auch ein paar neue Konkurrenten hinzu, das ist bei Technologiemärkten immer so.

In dieser Phase, etwa von 1999 bis 2003, waren die allerersten Anfänge hochauflösender Videokonferenzen zu sehen. Mein Mitgründer bei ViaVideo und ich haben uns gedacht: „Wow, vielleicht schaffen wir es, ein hochauflösendes Videokommunikationssystem zu erstellen. Das wäre doch cool.“ Wir dachten uns, dass die Leute so etwas wirklich nutzen würden, wenn die Qualität hoch genug war. Also haben wir Polycom verlassen und kurz danach Lifesize gegründet. Das war 2003.

Die nächste revolutionäre Entwicklung in der Videokonferenzbranche war hochauflösende Videokommunikation über das offene Internet. Zuvor nutzten wir sogenannte ISDN-Leitungen, von denen die meisten Leute sicher noch nie gehört haben. Heute sind die so gut wie ausgestorben. Aber als IP-Netzwerke mit hoher Bandbreite aufkamen und das Grundgerüst des Internets sich wesentlich verbesserte, schloss die Technologie endlich zur Innovation auf.

Die Qualität war damals schon so gut, dass sie sogar die von TV-Ausstrahlungen, die man sich zuhause ansehen konnte, schlug. Wir waren in der HD-Content-Branche führend. Das Unternehmen wuchs unheimlich schnell und wir konnten einen völlig neuen Kundenstamm für uns gewinnen. 2009 wurde dieses Unternehmen, Lifesize 1.0, dann von Logitech übernommen, das war ein super Ergebnis.

Einige Jahre später verließ ich die Videokonferenz-Branche. Ich wollte nicht für ein riesiges Unternehmen arbeiten, dafür war ich selbst zu sehr Unternehmer. Aber dann ereigneten sich erneut interessante Dinge, als die nächste technologische Transformation stattfand. Die bestand aus über die Cloud bereitgestellter Kommunikation in Echtzeit.

Salesforce hatte mit dieser Idee von „keine Hardware mehr, alles läuft in der Cloud“ angefangen und das hat super für uns funktioniert. Wenn es eine kleine Verzögerung im CRM gab, dann war das kein Problem. Doch als die Technologie so gut wurde, dass Bild und Ton in Echtzeit verarbeitet werden konnten – da konnte man absehen, was passieren würde. Die On-Premise-Infrastruktur würde aussterben. Das war, als würde man immer noch Flip-Telefone herstellen, als es bereits das iPhone gab.

Die Bereitstellung hochauflösender Videokonferenzen über die Cloud war ein sehr komplexes Problem. Aber darin steckte gleichzeitig das Potenzial, unheimlich viele Probleme für Unternehmen zu lösen. Also kehrte ich als CEO zu Lifesize zurück.

Das waren ein paar echt schwierige Jahre, wir mussten das Unternehmen komplett neu erfinden. Wir mussten die Technologie neu erfinden. Wir mussten die Markteinführung neu erfinden. Eigentlich mussten wir uns von Grund auf neu erfinden. Am Ende haben wir uns von Logitech zurückgekauft und es war echt toll, wieder unabhängig zu sein.

Heute haben wir es weit gebracht: Wir verfügen über ein Cloud-Service-Bereitstellungsmodell mit verbundenen Geräten. Wir sind ein Internet-of-Things-Unternehmen mit Desktop- und mobilen Apps, die Kunden eine mühelose Skalierung und Bereitstellung ermöglichen. Insgesamt sind 23 Jahre vergangen, aber heute sind Videokonferenzen endlich gang und gäbe.

Wenn ich so zurückdenke, habe ich die ganzen Jahre über stets gedacht: „Nächstes Jahr klappt es.“ Mit einer C-Eingabeaufforderung konnte daraus aber nichts werden. Und mit ViaVideo oder Lifesize 1.0 letzten Endes auch nicht. Und letzten Endes ist Videokommunikation nicht über Unternehmen, sondern über private Nutzung zuhause gang und gäbe geworden. Über Dinge wie Skype und FaceTime.

Die Leute nutzen diese Technologie im Privatleben so häufig, dass sie erwarten, das auch am Arbeitsplatz tun zu können. Und sie erwarten, dass das alles reibungslos funktioniert. Das ist im Grunde der heutige Stand: Eine verbraucherbasierte Benutzererfahrung, aber mit der Skalierung, der Sicherheit und der Zuverlässigkeit, die Videokommunikation in Unternehmen erfordert.

Wissen Sie, ich sehe, wie unsere Kunden unsere Lösung voll und ganz annehmen – für alle Gesprächspartner und in allen Konferenzräumen – und was für einen riesigen Unterschied es für ihre Unternehmen ausmacht. Die Mitarbeiter sind engagierter und persönliche Beziehungen verbessern sich. Das ist wirklich schön zu sehen und wir sind unheimlich gespannt auf die Zukunft.

Brauchen Sie weitere Hilfe?
Kontaktieren Sie einen unserer Außendienstmitarbeiter.