Best Practices für Videonetzwerke

Nicht alle Videos sind gleich

Lifesize: Richtlinien zu Best Practices für Videonetzwerke

Es ist kein Geheimnis, dass Videokonferenzen ein Produktivitätsbooster für jedes Büro sind. Sie helfen den Nutzern, die Beteiligung der Mitarbeiter zu verbessern und schaffen einen stärkeren Gemeinschaftssinn in Teams, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Doch auch die IT-Abteilungen, die eine solche Lösung implementieren, werden feststellen, dass sie auch ihnen einzigartige Vorteile bietet. Eine Komplettlösung wie Lifesize kann bestehende Konferenzdienste, die nur Audio bieten, ersetzen und Audio-, Video- und Webkonferenzen in einer einzigen Anwendung ermöglichen, die sich nahtlos mit Konferenzraumkameras und Touchscreen-Konferenztelefonen integrieren lässt. Es ist eine Lösung, die für Benutzer einfach zu nutzen und für die IT leicht zu verwalten ist. Denken Sie bloß daran, dass nicht alle Videos gleich beschaffen sind.

Es gibt zwei wesentliche Unterschiede zwischen den Videoclips, die Sie sich im Internet ansehen, und den Live-Videokonferenzen, die Sie im Büro abhalten. Zum einen sind Streaming-Videoclips (Stichwort Katzenvideos) so ausgelegt, dass sie Teile des Videos vorab herunterladen, um Netzwerkinstabilitäten während der Wiedergabe auszugleichen. Zum anderen erstellt kaum jemand ein Ticket beim IT-Helpdesk, weil sein YouTube-Video ein paar Sekunden länger gepuffert hat. Bei Videokonferenzen hingegen kommt es darauf an, dass Datenpakete konsistent und in Echtzeit gesendet und empfangen werden, um sicherzustellen, dass der Anruf klar und deutlich bleibt und jeder Tonfall, jede Geste und jedes Wort richtig übertragen wird.

Wenn Sie Recherchen über eine Videokonferenz-Lösung anstellen, ist es wichtig, dass Sie zunächst Ihre eigene Netzwerkstruktur überprüfen. Sie müssen nachvollziehen, ob Optimierungen vorgenommen werden können, damit das bestmögliche Erlebnis für die Endnutzer gewährleistet werden kann. Es sollte hierbei jedoch angemerkt werden, dass die meisten Bereitstellungen bereits ohne Modifizierungen für Video optimiert sind. Die Tipps in diesem Leitfaden sollen Ihnen helfen, die Kapazitäten Ihres Netzwerks optimal zu nutzen, indem auf einige entscheidende Erwägungen hinsichtlich Ihrer Bandbreite, Netzwerkarchitektur und Netzwerksicherheit eingegangen wird.

Wie viel Bandbreite brauche ich?

Die erste Frage, die die meisten IT-Administratoren bezüglich Videokonferenzen stellen, hat nichts mit 1080p-Auflösung oder Unterstützung für die aktuellsten Emoji-Pakete zu tun – am wichtigsten sind die Bandbreitenanforderungen. Wenn wir es aufschlüsseln, nutzt ein Point-to-Point-Videoanruf zwischen zwei Benutzern oder Standorten auf beiden Seiten ca. 2 Mbps Download- und 2 Mbps Upload-Bandbreite (da beide Gruppen im Rahmen eines Live-Anrufs Datenpakete senden und empfangen). Diese Anforderungen sind darauf ausgelegt, zu gewährleisten, dass der Anruf flüssig und mit bestmöglicher Qualität abläuft (oder aus IT-Perspektive, um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass Helpdesk-Tickets im Zusammenhang mit der Qualität eingereicht werden).

Aber sofern Sie nicht einen einzigen Videokonferenzraum mit einer strikten „Einer nach dem anderen“-Regelung bereitstellen, werden Sie sich höchstwahrscheinlich mit gleichzeitigen Anrufen konfrontiert sehen. Das ist übrigens sehr zu begrüßen – sowohl im Hinblick auf die Akzeptanz als auch auf die Produktivität. Mit Ausnahme von Alarmsystemen ist eine hohe Nutzungsrate generell etwas Gutes. Laut unseren Daten zur Gesamtnutzung des Lifesize-Service sollte ein typisches Unternehmen mit mindestens 5 Prozent gleichzeitiger Nutzung rechnen – oder anders gesagt, mit fünf gleichzeitigen Anrufen pro 100 Nutzer, die sich eine Internetverbindung teilen. Unternehmen die von einer wesentlich höheren Nutzung des Service ausgehen, können dies einkalkulieren. Es ist außerdem wichtig, 10 Prozent zusätzliches Datenvolumen einzuplanen, welches auf Anrufsignalisierung und Paketisierung entfällt.

Formel zur Berechnung der Videokonferenz-Bandbreite

Nun, da Sie einen Grundwert für die Anforderungen haben, ist es an der Zeit, dass Sie sich Ihre aktuelle Bandbreitenzuteilung und derzeitige Auslastung ansehen. Ungenutzte Bandbreite kann ein teurer Luxus sein, weshalb die meisten Unternehmen es bevorzugen, genau die Menge zu kaufen, die sie benötigen. Falls die von Ihnen benötigte Videobandbreite geringer ausfällt als Ihre ungenutzte Bandbreite, brauchen Sie nichts weiter zu tun. Falls nicht, kann es sinnvoll sein, bei Ihrem Internetanbieter anzurufen und ein Upgrade Ihres Internettarifs vorzunehmen, um optimale Qualität zu gewährleisten.

Umgang mit Internet-Unzulänglichkeiten

Wie die meisten Dinge hat das öffentliche Internet seine Schwächen. Selbst wenn Ihr Büro perfekt mit der empfohlenen Bandbreite ausgestattet ist, kann es dennoch vorkommen, dass Pakete aufgrund von Internetstörungen nicht ankommen – aber glücklicherweise haben wir vorausgeplant. Lifesize beinhaltet drei Stufen von Paketverlust- und Internetstörungs-Maßnahmen, damit Sie Ihre Unterhaltungen ungehindert fortsetzen können.

Fehlermaskierung

Lifesize nutzt den hocheffizienten Audio-Codec Opus mit integrierter Fehlermaskierung, wodurch selbst bei bis zu 20 Prozent Paketverlust keine bemerkbaren Artefakte auftreten. Videoübertragungen verfügen ebenfalls über Fehlermaskierung, mit deren Hilfe verlorene Daten unter Verwendung der letzten bekannten Frames und Elemente (sogenannte Mikroblöcke) nahtlos wiederhergestellt werden. Unsere Fehlermaskierungs-Technologie ist die erste Verteidigungslinie und ist in der Lage, verlorene Pakete nahezu ohne sichtbare oder hörbare Veränderungen zu maskieren.

Fehlerkorrektur

Im Falle eines großen Datenverlusts setzt die Fehlerkorrektur ein und baut anhand der aktuellsten Frames nach mathematischen Prinzipien das Bild wieder auf und füllt Lücken darin. In solchen Fällen wird der Audio-Feed priorisiert, um den Gesprächsfluss zu erhalten, während die Daten wiederhergestellt werden.

Frequenzkontrolle

Lifesize verfügt über die integrierte Fähigkeit, die Bandbreite eines Anrufs dynamisch zu senken, um sich an eine eingeschränkte Bandbreite anzupassen. Falls Sie nicht in der Lage sind, die empfohlenen 2 Mpbs zu senden oder empfangen, passt der Anruf automatisch Ihre Auflösung an, um die verfügbare Bandbreite optimal zu nutzen. Dies wirkt sich nicht auf andere Teilnehmer des Anrufs aus, die nach wie vor 2 Mbps senden und empfangen können. Für diese findet der Anruf weiterhin in voller Qualität statt. Wie die Fehlerkorrektur priorisiert auch die Frequenzkontrolle im Falle einer instabilen Internetverbindung den Audio-Feed.

Die Architektur der Lifesize-Cloud ist darauf ausgelegt, sowohl das öffentliche Internet als auch Ihre Bandbreite so wenig wie möglich zu nutzen. Wenn Sie Lifesize-Anrufe oder Meetings mit Teilnehmern aus der ganzen Welt abhalten, wird der Anruf, anstatt die gesamte Entfernung mittels des öffentlichen Internets zu überbrücken, über den nächstgelegenen IBM Softlayer PoP (Point of Presence) geleitet, wo dieser über das ultraschnelle, verwaltete Glasfasernetzwerk um den Erdball geleitet wird. Der Anruf springt nicht ständig zwischen verschiedenen Anbietern hin und her, was im öffentlichen Internet der Fall wäre und wodurch die Latenz erhöht und die Anrufqualität erheblich verringert würde. Die Beziehung zwischen Lifesize und IBM Cloud zielt darauf ab, Ihrem IT-Team den Aufwand für tägliche Wartung und Konnektivitätssicherung abzunehmen und Ihnen die bestmögliche Videoqualität zu bieten.

Ein Bild der Lifesize Icon 450 Kamera. Systemstatusüberwachung in Echtzeit

Die Lifesize Icon Statusüberwachung nutzt Datenanalyse, um Ihr IT-Team proaktiv über potenzielle Fehler, die im Netzwerk gefunden wurden, zu benachrichtigen. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, erhalten Sie Benachrichtigungen für alles von getrennten Kabeln über PBX-Registrierungsfehler bis hin zu Fällen von übermäßigem Paketverlust. Weitere Informationen.


Videonetzwerk-Architekturen

Ebenso wie die Bandbreite kann Ihre Netzwerkstruktur einen positiven oder negativen Effekt auf Ihr allgemeines Videoerlebnis haben. Im Folgenden gehen wir auf die Haupttypen von Netzwerkarchitekturen ein, mit denen wir regelmäßig arbeiten. Abhängig von Faktoren wie Branche und Größe Ihres Unternehmens gibt es eventuell Empfehlungen oder Voraussetzungen zur Verbesserung des Videodatenverkehrs innerhalb Ihres Netzwerks.

Lifesize-Videokonferenzen – Ein Diagramm einer einfachen NetzwerkstrukturNetzwerke für kleine und mittelständische Unternehmen

Kleine Unternehmen mit einem oder zwei Standorten haben in der Regel einfache IT-Umgebungen. Sie nutzen eventuell unabhängige Netzwerke ohne Querverbindungen oder setzen gegebenenfalls IP-VPN-Technologien wie Internet Protocol Security (IPsec) VPN-Tunnel ein, um ihre Standorte und Benutzer über VPN-Clients miteinander zu vernetzen. Diese Netzwerke haben in der Regel an jedem Standort lokalisierte Breakouts zum Internet.

Diese Netzwerkarchitektur ist gut für die Nutzung cloudbasierter Lösungen geeignet, da der Weg zur Grenze des Netzwerks wesentlich kürzer ist als wenn zunächst über ein WAN (Wide Area Network) eine Verbindung zum Internet hergestellt werden müsste. Dies ist besonders für Echtzeitanwendungen wie Video-Kommunikation relevant, da weniger Hops oft eine geringere Latenz bedeuten.

Mittlere, große und Enterprise-Netzwerke

Größere Unternehmen haben in der Regel eine Art von WAN, das sich über mehrere Standorte oder sogar Kontinente erstreckt. Womöglich setzen sie auf eine Mischung aus IP-VPN und MPLS-Konnektivität, um diese Standorte miteinander zu verbinden, aber in der Regel gibt es keine lokalen Internet-Breakouts. Stattdessen nutzen diese Netzwerke oft zentralisierte oder regionale Breakouts, die mit anderen Infrastruktur- und Speicherlösungen verbunden sind.

Dies bedeutet, dass der Datenverkehr von Benutzern, die Anrufe von Standorten ohne einen Internet-Breakout aus führen, über die WAN-Links des Unternehmens geleitet werden, die aufgrund hoher Kosten oft so dimensioniert sind, dass sie lediglich die geringste akzeptable Leistung bieten. Falls nicht genug Bandbreite für die WAN-Links bereitgestellt wurde, um Ihrem Videodatenaufkommen gerecht zu werden, kann sich dies negativ auf die Anrufqualität auswirken. Eine Erhöhung der Servicequalität (QoS) der Netzwerke kann die Priorisierung des Datenverkehrs fördern, der über diese Links geleitet wird. In der Regel hilft dies jedoch nur, wenn Links bereits überlastet sind oder so stark genutzt werden, dass Paketverlust auftritt.

Die Auslagerung bandbreitenintensiven und latenzintoleranten Echtzeit-Datenverkehrs an lokalen oder regionalen Standorten verringert die Auslastung der WAN-Links. Und da eine Erweiterung der Internetbandreite oft kosteneffizienter ist als eine Ausweitung der WAN-Konnektivität, stellt die Nutzung der „Cloud“ zur Übermittlung Ihres Datenverkehrs für Echtzeit-Kommunikation einen logischen Ansatz dar und kann, auch wenn vielleicht nicht zum derzeitigen Zeitpunkt, eine sinnvolle Erwägung für die Zukunft sein.

Lifesize-Videokonferenzen: Ein Diagramm einer komplexen Netzwerkstruktur.Ihre MPLS- und IPsec-Lösungen mögen für die Verbindung von Netzlaufwerken ausreichend sein. Nur macht es hierbei keinen großen Unterschied, ob der Versand einer Datei ein paar Minuten länger dauert.Im Gegensatz dazu ist die Videokommunikation aufgrund ihres Echtzeit-Charakters sehr intolerant gegenüber Verlusten oder Verzögerungen. Im Video-Bereich ist eine Verzögerung von mehr als 200 ms bereits zu lang.

1. IPsec verpackt Videodatenpakete praktisch in zusätzlichen Datenpaketen, wodurch die Größe des Anrufs erheblich erhöht wird und die Qualität sinkt.

2. MPLS-Pipes sind in der Regel wesentlich kleiner als die Pipe des öffentlichen Internets. Dies schafft quasi ein Nadelöhr im Netzwerk, welches letztendlich die Qualität Ihrer Videoanrufe beeinträchtigen könnte.

3. Mit individuellen Schaltungen zum öffentlichen Internet an jedem Standort können Sie den anspruchsvollen Echtzeit-Videodatenverkehr von Ihrem eigenen WAN auslagern, indem Sie die Vorteile der globalen Konnektivität, hohen Bandbreite und geringen Latenz nutzen, die Lifesize und das IBM SoftLayer-Netzwerk Ihnen bieten

Eine sichere Grundlage für sichere Videoanrufe

In den frühen Tagen erforderten Videokonferenzen Hardware vor Ort, die eine Zweibahnstraße für in Ihr privates Netzwerk ein- und daraus ausgehende Informationen schuf. Eingehender Datenverkehr machte Sie dabei potenziell für gewaltige Sicherheitsrisiken anfällig. Lifesize wird nie von Ihnen verlangen, dass Sie eingehende Ports vom öffentlichen Internet zu Ihrem privaten Netzwerk öffnen. Wir werden Sie nicht bitten, Ihren Sicherheitsstatus in Bezug auf das Internet zu ändern. Mit uns werden Sie auch nicht mehr für Sicherheit und ein ruhiges Gewissen ausgeben als nötig. Unsere Architektur erlaubt Ihnen, Ihre Lifesize-Konferenzraumsysteme und Kundensoftware hinter Ihrer Firewall zu schützen, und verwaltet die Firewall-Traversierung über unsere globalen Anrufknoten.

Die Raumsysteme und Kundensoftware von Lifesize erfordert keine Freigabe von Firewall-Ports für Zugriffe aus dem Internet. Zudem entfällt die Zuweisung von statischen IP-Adressen oder komplizierten statischen NAT (Network Address Translation)- und Port-bezogenen Firewall-Konfigurationen. Lifesize verwendet ausschließlich abgehende TCP/UDP-Verbindungen zur Einrichtung von Konferenzen und Medienübertragung. Diese TCP/UDP-Verbindungen sind stets durch einen Lifesize-Endpunkt oder eine Lifesize-Kundensoftware initiiert, um Nadelöhre und eine dynamische Übersetzung von Portadressen zu garantieren. Sie richten sich dabei immer an einen unserer globalen Anrufknoten aus einer Liste bekannter Host-IPs mit strengsten Firewall-Regeln.

Detaillierte Informationen über unsere Compliance-Zertifizierungen, Sicherheitsfunktionen innerhalb von Meetings, Authentifizierung und Datenschutzrichtlinien finden Sie in unserem Dokument Lifesize Sicherheit - Überblick. Wir sprechen hier über Ihre streng geheimen Gespräche – und Sicherheit ist für uns oberstes Gebot.

Wo das Netzwerk endet

Als IT-Experten können wir unsere Vorarbeit leisten, unsere Bandbreite maximieren und all unsere Verbindungen perfekt ausloten, aber letztendlich müssen wir alle akzeptieren, dass unsere Kontrolle klar abgesteckte Grenzen hat. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie darauf vertrauen können, dass Ihr Anbieter einen Service aufbaut, der so effizient wie möglich funktioniert und ein breites Spektrum an Szenarien abdeckt. Von den Telearbeitern, die sich von ihren Home Offices aus verbinden hin zu Außendienstmitarbeitern, die sich von noch so nebulösen WLAN-Netzwerken in der ganzen Welt einloggen – Lifesize ist darauf ausgelegt, Ihrem Team die Zusammenarbeit auf der größtmöglichen Anzahl an Geräten und unter verschiedensten Netzwerkbedingungen zu ermöglichen. Fehlermaskierung und -korrektur wurden entwickelt, um Netzwerkmängel auszugleichen. Für wahrlich schlechte Netzwerke, die keinen Video-Feed unterstützen, sind reine Audio-Optionen über lokale Einwahlnummern in über 60 Ländern verfügbar.

Weitere Informationen zu Themen wie Netzwerkbereitschaft und Lifesize Cloud-Architektur finden Sie in der Lifesize Community. Die Community ist ein Ort, an dem tausende Kunden, Partner und Lifesize-Mitarbeiter zusammenkommen, um Ihre Erfahrungen auszutauschen, sich zu unterhalten, zu fachsimpeln und ein tiefgründiges Verständnis von Lifesize zu entwickeln. Wir können sogar einen Besuch vor Ort arrangieren, um eine vollständige Netzwerkbewertung und -optimierung vorzunehmen.

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